(verfasst für tettricks, © 2010 Ullrich Thiel, Pysiotherapeut )

Als Physiotherapie (griechisch Physis = Natur) bezeichnet man therapeutische Verfahren der Bewegungstherapie und der physikalischen Therapie.
Sie nutzt als natürliches Heilverfahren die passive (durch den Therapeuten geführte) und die aktive (selbstständig ausgeführte) menschliche Bewegung sowie den Einsatz physikalischer Maßnahmen zur Vorbeugung und Therapie von Erkrankungen sowie Rehabilitation sowohl in der ambulanten Versorgung als auch in teilstationären und stationären Einrichtungen, (vgl.:Wikipedia/Physiotherapie ).

Das Ziel einer physiotherapeutischen Behandlung bei Patienten mit Hirnschädigung, ist in der Regel die bestmögliche Teilhabe am Leben.

Man unterscheidet den funktionellen Ansatz, bei dem versucht wird die verloren gegangenen Funktionen wiederzugewinnen und den kompensatorischen Ansatz , bei dem Strategien entwickelt werden, mit den Defiziten bestmöglich zurecht zu kommen.

Die Wahl der Strategie sollte hier immer individuell erfolgen, und stetig an Hand des aktuellen Therapieziels überprüft werden.

Für die Behandlung von Patienten mit Hirnschädigungen wurden verschiedene Konzepte und Methoden entwickelt. Einen hohen Bekanntheitsgrad haben dabei zBsp. Bobath, Affolter, PNF und Perfetti erreicht.

Einen „Golden Standard“ gibt es auf Grund der Variabilität der vielen Krankheitsbilder sowie auf Grund der Vielzahl physiotherapeutischer Methoden allerdings nicht.

 

Im Folgendem sehen Sie hier eine unvollständige Aufzählung von physiotherapeutischen Konzepten und Methoden, die in der neurologischen Rehabilitation zur Anwendung kommen:

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Stehtraining am Stehpult

 

Wichtig, im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung, ist eine dem aktuellen Stand des Patienten individuell angepasste Kombination der Übungsschwerpunkte/Therapiekonzepte zum Erreichen des jeweiligen Übungsziels.

Film: Stehübung, Reha, 2006


Einige übergeordnete Ziele und Maßnahmen der physiotherapeutischen Behandlung sind:

  • Erhalt und Verbesserung der strukturellen Voraussetzungen für Eigenaktivitäten (Prophylaxen)
  • Verbesserung der sensomotorischen Fähigkeiten und der Körperwahrnehmung
  • Verbesserung der Halteaktivität und des Gleichgewichts insbesondere Verbesserung der Kopf- und Rumpfhaltung
  • Ausbau und Unterstützung des Transfers durch den Patienten z. B. Drehen, Umsetzen etc.
  • Bedienen von Kommunikationsgeräten, Umfeldsteuerungen, Hilfsmitteln z. B. Rollstuhl
  • Finden und Ausbau von stabilen motorischen Funktionen
  • Bewegungsanbahnung durch häufiges Wiederholen (repetetives Training)
  • Anpassen des Schwierigkeitsgrades durch Bewegungsunterstützung, Schwerkrafteinsatz und Widerständen
  • Stimulation von Sensorik und Motorik durch Geräteeinsatz
  • Korrektur pathologischer Tonusverhältnisse bzw. deren Folgen
  • Vermeidung von Asymmetrie und Nichtgebrauchs-Phänomenen
  • Bewegungsanbahnung über Bewegungsvorstellung und Wahrnehmung
 

Die Behandlung einer Hirnschädigung und der damit erworbenen körperlichen Schäden, bleibt für den Betroffenen und für alle Beteiligten oft eine lebenslange Aufgabe.

Insbesondere nach den ersten Fortschritten in der Erstrehabilitation erfolgt der Funktionszuwachs längerfristig in sehr kleinen Schritten.

Zusätzlich kommt es immer wieder zu Phasen der scheinbaren Stagnation. Dieses ist vollkommen normal. Hierbei ist es wichtig den schwierigen „Spagat“ aus Beharrlichkeit und Abstand zu erlernen.

So müssen bei der Planung der motorischen Therapie die aktuellen Therapieziele immer wieder auf die persönlichen Lebensumstände angepasst werden.

Im Verlauf der Erkrankung findet auch ein „Ankommen in der neuen Realität„ statt. Die ursprünglich vom Patienten und Therapeuten definierten motorische Ziele müssen dann häufig aktualisiert werden.

Phasenmodell der neurologischen Rehabilitation

Eine Überlegenheit von einzelnen Therapieverfahren, im Sinne der evidenzbasierten Medizin, konnten bislang für kein Therapiekonzept gezeigt werden.

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft sind einzelne Therapiekonzepte, im direkten Vergleich, lediglich in Einzelaspekten anderen Konzepten überlegen.


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(verfasst für tettricks, © 2010 Ullrich Thiel, Pysiotherapeut)

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