Dysphagie - Was nun?

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Emilie Wegner

Juliane Graf-Wegner (Dipl.-Sprechwissenschaftlerin/ Logopädin)verfasst für tettricks © 2018


„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“
„Die Liebe geht durch den Magen“

Die altdeutschen Sprichwörter sind „in aller Munde“ und sagen es aus: Essen und Trinken sind weit über den grundlegenden Lebenserhalt hinaus ein elementares Grundbedürfnis des Menschen, was das Verlangen nach wohliger Sättigung, nach Genuss, nach geselligem Miteinander beinhaltet. Die Fähigkeit, problemlos essen und trinken zu können, bedeutet Lebensqualität.
Was, wenn Essen und Trinken zum Beispiel durch eine Schluckstörung behindert oder sogar unmöglich werden, wenn das eigentlich Selbstverständliche nicht mehr reibungslos funktioniert?

 

Was sind die Ursachen für Schluckstörungen?

Schluckstörungen (Dysphagien) sind häufiger als gedacht. Es wird vermutet, dass etwa 5 Millionen Menschen in Deutschland aufgrund unterschiedlichster Ursachen betroffen sind, wobei neurologische Erkrankungen wie das Akutereignis Schlaganfall und degenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson, PSP, ALS, Multiple Sklerose und nicht zuletzt die Demenz die häufigste Ursache bilden (neurogene Dysphagien).
Ca 50-80% aller Schlaganfallbetroffenen leiden anfangs an einer Schluckstörung, die sich oft innerhalb weniger Wochen spontan oder durch gezielte Therapie zurückbildet. 15- 25% aller Schlaganfallbetroffenen behalten längerfristig eine Schluckstörung zurück, wobei die Prognose nach Hirnstamminfarkt deutlich ungünstiger ist als nach Großhirninfarkt. (Warnecke/ Dziewas 2013/ Köhler et al. 2010)
Mir ist wichtig, an dieser Stelle auch die Schluckstörung im Alter (Presbyphagie) explizit zu benennen, die, oft unerkannt oder aufgrund Zeitmangels, Unterbesetzung sowie fachlicher Unkenntnis falsch behandelt, einen nicht zu unterschätzenden Problemkomplex innerhalb der Pflege darstellt. Nach Köhler et al. (2010, S.6) sind bis zu 50% der Pflegeheimbewohner von einer Schluckstörung betroffen. Aufklärung, Strukturveränderung, interprofessionelle Kommunikation sind perspektivisch zwingend auf- und auszubauen!

Sind Schluckstörungen gefährlich?

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Juliane Graf-Wegner

Sprachtherapie MUNDt
Logopädische Gemeinschaftspraxis
(J. Graf-Wegner, B. Brandt, H. Mundt)
Fachpraxis für neurologisch bedingte
Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen

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