Reha - und dann?
Hier möchten wir Themen, Fragen und Antworten für das Leben nach der Reha aufzeigen.
Wer hilft mir bei der bevorstehenden Entlassung aus der Reha? Was kommt nach der Reha auf mich zu? Was passiert, wenn das Krankengeld ausläuft? Wie funktioniert das mit der Erwerbsminderungsrente? Welche Belastungen kann es in der Partnerschaft geben? Welche Wohnformen können in Frage kommen? Wie kann der Weg zurück ins Arbeitsleben erfolgen?
Entlassung aus der Reha
Mit der Entlassung aus der Reha beginnen oft die eigentlichen Herausforderungen. Die Unterstützung durch den Kliniksozialdienst endet meist an der Kliniktür, ein strukturiertes Nachsorgenetz fehlt vielerorts. Für Betroffene und Angehörige bedeutet das häufig Neuland: Fragen zu Leistungen, Auseinandersetzungen mit Kostenträgern und Behörden, Veränderungen im Verhalten des Erkrankten oder die Organisation häuslicher Pflege. Eine frühzeitige Information über mögliche Anlaufstellen kann helfen, den Übergang in den Alltag besser zu bewältigen.
Das Leben nach der Reha
Im Leben nach der Reha ist vieles nicht mehr wie zuvor. Beruf, Familie, Partnerschaft und soziale Kontakte verändern sich oft grundlegend. Die eigene Biografie hat einen Bruch erlitten, Zukunft und Identität müssen neu entwickelt werden.
Ob das gelingt, hängt vom Ausmaß der Schädigung, der persönlichen Haltung und einem unterstützenden Umfeld ab. Ohne passende Förderung und Begleitung drohen Überforderung und Isolation – besonders bei jüngeren Betroffenen.
Krankengeld und Erwerbsminderung
Krankengeld wird höchstens 78 Wochen gezahlt. Läuft es aus und besteht weiterhin Arbeitsunfähigkeit, muss in der Regel ein Reha-Antrag gestellt werden. Ist eine Rückkehr ins Berufsleben nicht absehbar, wird dieser in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente umgewandelt. Während der Bearbeitung kann Anspruch auf Arbeitslosengeld I bestehen (§ 145 SGB III). Die Feststellung der Erwerbsminderung erfolgt durch die Rentenversicherung.
Partnerschaft
Eine Hirnschädigung verändert nicht nur den Betroffenen, sondern die gesamte Partnerschaft. Körperliche und kognitive Einschränkungen, Persönlichkeitsveränderungen und neue Rollen belasten die Beziehung oft stark.
Beide müssen ihren Lebensentwurf an die neue Situation anpassen. Ein unterstützendes Umfeld – und bei Bedarf professionelle Hilfe – kann dabei entscheidend sein.
Wohnformen
Nach einer Hirnschädigung ist die Rückkehr in die eigene Wohnung nicht immer möglich. Entscheidend sind Hilfebedarf, Selbstbestimmung und Teilhabe.
Neben Pflegeheimen gibt es Besondere Wohnformen mit stärkerem Förder- und Integrationsschwerpunkt. Auch ambulante Unterstützung in der eigenen Wohnung oder eine Pflege-WG können Alternativen sein – je nach individueller Situation.
Zurück an den Arbeitsplatz
Arbeit hat eine zentrale Bedeutung für Selbstwert und Teilhabe. Nach einer schweren Erkrankung ist die Rückkehr jedoch oft nur mit Unterstützung möglich.
Hilfen wie medizinische und berufliche Reha, stufenweise Wiedereingliederung oder das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) können den Wiedereinstieg erleichtern. Entscheidend ist eine frühzeitige, individuelle Planung.
Junge Behinderte
Viele jüngere pflegebedürftige Menschen finden keine passenden Einrichtungen und werden mangels Alternativen in Altenheimen untergebracht. Diese sind jedoch überwiegend auf hochbetagte Bewohner ausgerichtet und bieten oft weder altersgerechte Strukturen noch ausreichende Reha- und Förderangebote.
Dabei leben in Deutschland hunderttausende pflegebedürftige Menschen unter 60 Jahren. Für sie braucht es dringend passende Wohn- und Betreuungskonzepte, die Entwicklung, Teilhabe und Lebensqualität ermöglichen.
